Studienfahrt nach Berlin im März 2020

Die letzte Klassenfahrt Deutschlands

Die vierstündigen Wirtschafts- sowie Geschichtskurse der Jahrgangsstufe 2 durften Berlin, die Hauptstadt Deutschlands, im März näher kennen lernen. In den nicht einmal drei Tagen, die wir in Berlin zur Verfügung hatten, konnten wir  überraschend viel entdecken und lernen.

Unter der Leitung von Herrn Buschmann erkundeten wir zunächst die Innenstadt von Berlin. Er konnte uns auf einem Spaziergang durch die Straßen der Metropole über viele geschichtliche Details und Hintergründe informieren, denn Berlins Geschichte ist auch Deutschlands Geschichte. Ein Besuch im Deutschen Historischen Museum durfte somit nicht fehlen. Der Wirtschaftskurs bekam eine Führung durch die Ausstellung über Nachkriegsdeutschland. Schwerpunkt war eine Gegenüberstellung der beiden Wirtschaftssysteme im geteilten Deutschland, die Planwirtschaft in der Deutschen Demokratischen Republik und die Soziale Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die unzähligen Ausstellungsstücke vom Trabant und Volkswagen über  Kleidung bis hin zu Teilen der Berliner Mauer erweckten die Vergangenheit zum Leben und ermöglichten eine ganz neue Perspektive auf die Dinge. Während der Wirtschaftskurs thematisch im Nachkriegsdeutschland blieb, bekamen die Schüler des Geschichtskurses eine Schwerpunktführung zur Weimarer Republik und konnten hier wertvolle Informationen sammeln. Beide Kurse erhielten auch eine gemeinsame Führung im und um das DDR-Museum an der Spree. Von einem ehemaligen Bürger der DDR wurden wir durch Berlin zu unterschiedlichen Schlüsselstellen der ostdeutschen Geschichte geführt. Von eigenen Erlebnissen geprägt, konnte er uns die Umstände der damaligen Zeit schildern. Besonders seine eigenen Erfahrungen, wie zum Beispiel die Teilnahme an der Alexanderplatz-Demonstration 1989, machten das Erzählte authentisch und interessant. Zurück im Museum erfuhren wir mehr über das Leben der Menschen in der DDR. Ausgestellt waren alte Schulhefte, Lebensmittelverpackungen und Hinweise auf die Freizeitbeschäftigungen im Osten. Am Ende der Führung stand eine originalgetreu ausgestattete DDR Wohnung mit Aufzug, Küche und Wohnzimmer, in der man sich in den Alltag der Menschen hineinversetzen und mit allen Sinnen darüber lernen konnte. Besonders ergreifend war der spätere Besuch der Ausstellung im Tränenpalast. Der Tränenpalast ist die ehemalige Ausreisehalle der DDR am Bahnhof Friedrichstraße. Dargestellt sind die Methoden des DDR-Regimes, die von Spionage am eigenen Volk bis hin zu Morden reichten. In einem kurzen Film wird die Geschichte der Grenzschließung und des Mauerbaus anhand von alten Aufnahmen erzählt. In diesen Museen lernten wir die Ängste und Gefühle der Menschen zu verstehen.
Mit dem Besuch im Deutschen Bundestag legten wir dann einen gewaltigen zeitlichen Sprung in die Gegenwart zurück. Der Besuch einer Plenarsitzung war für viele das Highlight der Berlinreise. Die Abläufe einer solchen Sitzung hautnah mitzuerleben ist sehr interessant. Bei unserem Besuch stand die Debatte über einen Bundeswehreinsatz im Südsudan sowie die Personalbemessung in Krankenhäusern auf der Tagesordnung des Plenums. Auch wenn die Themen sehr spezifisch und ohne Hintergrundinformationen schwer zu verfolgen waren, konnten wir neue Erkenntnisse aus dem Besuch ziehen. Sehr auffällig war die Einstellung der AfD, die bei fast jeder Abstimmung gegenteilig zum Rest des Plenums stimmte. Auch lernten wir, dass tatsächlich etwas dran ist an dem Vorwurf, in der Politik würde zu viel geredet. Viele Wiederholungen und teilweise phrasenhafte Ausführungen prägten die Reden, bei denen wir zuhören durften. Außer dem Besuch der Sitzung erwartete uns im Bundestag eigentlich ein Gespräch mit dem FDP Bundestagsabgeordneten Florian Toncar sowie eine Besichtigung der Glaskuppel. Die Glaskuppel wurde allerdings aufgrund der sich anbahnenden Covid-19 Situation für Besucher geschlossen, und auch das Gespräch mit Herrn Toncar musste ausfallen. Leider hatte sich einer seiner Kollegen, mit denen er in den Tagen zuvor Kontakt hatte, mit dem Coronavirus infiziert. Stattdessen setzten wir unsere Erkundungstour durch Berlin fort, sahen uns Überreste der Berliner Mauer an, bestaunten den Bahntower und das Sony Center am Potsdamer Platz und besichtigten die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Aber nicht nur in der großen Gruppe bekamen wir Berlin zu Gesicht. Zu zweit oder in kleineren Gruppen durften wir zu vielen Gelegenheiten Berlin selbstständig erkunden. Nachmittags wurde geshoppt oder die Sicht vom Berliner Fernsehturm aus genossen, Abends gingen wir essen, oder schauten Champions League in einer Bar wenige Schritte vom Hotel entfernt. Unser Hotel war das Meininger Hotel  am Humboldthaus. Dort bekamen wir morgens ein Frühstück mit großer Auswahl. Die Zimmer waren sehr sauber und angenehm groß. Dennoch verbrachten wir so viel Zeit wie möglich in der Stadt, was besonders aufgrund der zentralen Lage des Hotels möglich war. So konnten wir in der kurzen Zeit Berlin so gut wie möglich kennen lernen und viel Neues über die Deutsche Geschichte lernen. Auch wenn die Anfänge der Corona-Krise das ein oder andere verhinderten, hatten wir ein äußerst interessantes Programm. Ein großer Dank geht dabei an Frau Buchmann, Herrn Schneider und Herrn Buschmann, für die perfekte Planung und den reibungslosen Ablauf, was die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis für uns alle machte.
An- wie Rückreise traten wir mit dem Zug an. Bevor wir nach etwa sieben Stunden Zugfahrt wieder in Stuttgart ankamen, waren wir vermutlich die letzte Klasse Deutschlands auf Klassenfahrt vor *Corona*. Bei Einfahrt des Zuges in Stuttgart mittags am 13. März erklärte der Oberbürgermeister gerade den Shutdown für Stuttgart. 

 Felix Hahn, Jg2

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