New Goals in Space. Exkursion der Klasse 10c zur Luft- und Raumfahrtkonferenz 2017

 

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Wie geht es in Zukunft mit der Raumfahrt weiter? Sind bemannte Raumfahrten zum Mars in absehbarer Zeit realistisch? Wie fühlt sich die niedrige Gravitation auf dem Mond an? Diese Fragen wurden im Rahmen der Luft- und Raumfahrtkonferenz 2017 zum Thema „New Goals in Space - Neue Ziele in der Raumfahrt“ von Wissenschaftlern und ehemaligen Astronauten, darunter der „Moonwalker“ Charlie Duke, beantwortet. Die Klasse 10c hatte die Ehre, unter 600 Gästen, am 7. November bei dieser besonderen Veranstaltung teilnehmen zu dürfen.

Schon der imposante Veranstaltungsort, die König-Karl-Halle im Haus der Wirtschaft in Stuttgart, spricht für den eindrucksvollen Event. Es kommt nicht oft vor, dass sich so viele Astronauten an einem Ort versammeln. Das Ziel war es, die insgesamt 600 Schüler und Studenten aus dem Raum Stuttgart über die Zukunft der Luft- und Raumfahrt zu informieren. Dabei stand neben der Nutzung von im Weltraum gesammelten Erfahrungen auf der Erde, vor allem die Erforschung des weiteren Weltraums im Fokus.

Ein besonderer Gast, der zunächst auf die Vergangenheit der Raumfahrt einging, war Charles Moss „Charlie“ Duke, der zehnte Mensch, der den Mond betrat. Im Rahmen seiner Mission Apollo 16 hatte er drei Außeneinsätze auf dem Mond erfolgreich abgeschlossen. Der ehemalige Astronaut erzählte dem aufmerksamen Publikum genaueres von seinem Flug zum Mond. Er war für die Landung der Mondkapsel auf dem Mond verantwortlich. Aufgrund technischer Probleme, die fast zum Abbruch der Mission führten, landete Duke mit seinem Kollegen John Young schließlich mit sechs Stunden Verspätung auf der staubigen Mondoberfläche. Wider aller Erwartungen erzählt Duke, er hätte beim Aussteigen aus der Mondkapsel keine Angst gehabt. Das kam wohl von der Erfahrung, die Duke bereits bei seinem dreijährigen Training gesammelt hatte, das er vor seiner Mission absolvieren musste. Zu diesem Training gehörten unter anderem mehr als 2000 Stunden am Mondkapsel-Simulator. „Ich habe diese Kapsel bestimmt schon tausend Mal auf der Mondoberfläche zerschellen lassen“, bemerkte Duke in Bezug auf den Simulator lachend. Zudem hat er sich bereits im Vorfeld äußerst umfangreich mit der Umgebung, in der seine Mission Apollo 16 landete, beschäftigt, weshalb auch die Landschaft einen vertrauten Eindruck auf ihn machte. „Es hat sich angefühlt, als würde ich nach Hause kommen“. Mit einem elektrisch angetriebenen Mobil konnte sich Duke mit seinem Partner etwas weiter von der Kapsel entfernen. Sehr interessant war das Verhalten des Staubs auf dem Mond. Durch das Fehlen einer Atmosphäre, legt sich das trockene Gesteinspulver, nachdem es durch die Astronauten oder das Mondvehikel aufgewirbelt wurde, sofort wieder. Außerdem ist das Pulver so fein, dass es sich in die Textur der Raumanzüge legt und nur sehr schwer wieder rauszubekommen ist. „Probleme“, so Duke, „hat man besonders, bei dem Gefühl für Tiefe“. So wollte er eine Probe von einem etwas entfernten Stein nehmen, der nicht größer als 1 m zu sein schien, doch als er näher an den Stein herankam, merkte er, dass der Stein mindestens 30 m hoch war. Sehr viel Spaß machte ihm die extrem niedrige Gravitation. Mit seinem Partner Young hat er einen kleinen Wettbewerb veranstaltet, wer höher springen kann. Dabei habe er das Gleichgewicht verloren und sei rückwärts umgekippt. „Das war der einzige Moment, in dem ich wirklich Angst hatte!“ Und das hatte er zu Recht, denn auf seinem Rücken geschnallt war eine Sauerstoffanlage sowie eine Art Klimaanlage, die die Temperatur in seinem Raumanzug konstant hielt. Wäre durch den Sturz etwas davon kaputt gegangen, hätte er das sehr wahrscheinlich nicht überlebt. Zum Glück ist aber alles gut gegangen!

Auf die Zukunft der Raumfahrt hat sich Johann-Dietrich Wörner, Generalsekretär der Europäischen Weltraumorganisation, bezogen, der über eine Live-Videoschaltung zu Wort kam. Er betonte die Schwierigkeit einer bemannten Mars Mission, unter anderem durch die extrem große Entfernung zur Erde, die sich mit heutiger Technologie zwar überwinden lässt, aber ohne die Astronauten wieder sicher zurück zur Erde zu bringen. Allerdings warnt er davor, erst Technologien zu entwickeln und dann „auszuprobieren“, was mit diesen Technologien möglich ist, sondern schlägt vor, die Entwicklung von Technologie gezielt in bestimmte Richtungen zu treiben. Dabei sei es aber essenziell, Luft- und Raumfahrtprojekte mit einem „Open-Concept“ anzugehen. Das Open-Concept beschreibt eine internationale Planung, ohne die Bindung an gesetzte Zeitpläne. Das erste Projekt, das mit einer solchen Planung angegangen wird, ist das „Moon-Village“. Diese dauerhafte Forschungseinrichtung auf dem Mond will man als Sprungbrett in die Tiefen des Universums nutzen.

Thomas Reiter, ehemaliger deutscher Astronaut für die MIR und ISS, nennt hier das geplante Deep Space Gateway (DSG). Das DSG ist eine Raumstation, die bis zum Jahr 2027 fertiggestellt werden soll. Ab dann können von dort aus Forschungen betrieben werden, die eine Reise zum Mars ab 2030 ermöglichen sollen. Ob man diesen vorläufigen Zeitplan einhalten kann, steht wohl wirklich noch in den Sternen.

Die Luft- und Raumfahrtkonferenz 2017 war nicht nur informativ, sondern auch sehr unterhaltsam. Es ist klar geworden, vor welchen Herausforderungen die Raumfahrt in der Zukunft stehen wird und welche Ansätze nötig sind, diese Probleme zu lösen. So sind sowohl das Moon Village als auch das Deep Space Gateway nur Portale zur Weltraumforschung in bisher ungeahnten Dimensionen.

Felix Hahn, Klasse 10c, 7.11.2017

 

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